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Unterricht an 5 Standorten

Schule für Kinder und Jugendliche mit somatischen und
psychischen Erkrankungen

In der JCW werden sowohl Kinder und Jugendliche mit somatischen als auch mit psychischen Erkrankungen unterrichtet.

Dies geschieht natürlich nicht alles an einem Ort, sondern an mehreren. Für die somatisch erkrankten Patienten findet der Unterricht entweder in den Stationen der Universitätskinderklinik oder des Städt. Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße statt. Dort gibt es jeweils eigene Unterrichtsräume. In vielen Fällen muss allerdings auch am Krankenbett unterrichtet werden. Schwerpunkte sind dabei die Stationen für Kinder-Onkologie und für chronische Erkrankungen (Mukoviszidose, Diabetes, Rheuma, Nierenleiden).

Für die psychisch erkrankten Patienten findet der Unterricht an folgenden Orten statt: 

Am Standort der Tagesklinik Pionierstraße können Kinder und Jugendliche von Klasse 1 – 10 unterrichtet werden. Dies geschieht in insgesamt drei Klassen, die schulformübergreifend und altersgemischt zusammengesetzt sind. 

Am Standort der Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie werden die Kinder der Klassen 1 - 4 in der Villa Kunterbunt auf dem Klinikgelände unterrichtet. Die Jugendlichen dagegen gehen in der Lindenburger Allee, dem Hauptstandort der JCW, zur Schule. Dazu müssen sie einen Fußweg von ca. 15 Minuten zurücklegen.

Nachfolgend sind alle fünf Standorte aufgelistet. Mit einem Klick auf dem entsprechenden Link wird auf eine PDF-Datei verwiesen (wird eine Datei heruntergeladen). Dort sind nähere Informationen zu dem gewünschten Standort zu lesen.

 Psychische Erkrankungen:

Somatische Erkrankungen:

Mehr als 60 Jahre Schulgeschichte

Anfang der 1950er Jahre in den Kölner Universitätskliniken gegründet, wurde die Städtische Schule für Kranke (SfK) Keimzelle für eine Schulentwicklung, die Teilbereiche der sonderpädagogischen Förderung in der Region prägte. Aus ihren Anfängen in der Orthopädie entstanden in den 1960er Jahren unter Leitung der ersten Rektorin (1954 – 1964) und späteren Professorin für Körperbehindertenpädagogik, Frau Dr. Sieglinde Kunert, die Schulen für Körperbehinderte in Köln, ein Jahrzehnt später auch in den umliegenden Kreisen und Städten.

1958 errichtete die Stadt Köln in der Orthopädie des Eduardus-Krankenhauses, Köln-Deutz, eine weitere SfK, deren Kollegium auch in allen anderen Kölner Krankenhäusern unterrichtete. Die seit den 1980er Jahren stetige Verkürzung der Verweildauer von Schülern mit somatischen Erkrankungen führte 2002 zur Auflösung dieser Schule und Eingliederung von deren Lehrkräften in das Kollegium der JCW.

Als Schule in der Kinder- und Jugendpsychiatrie war die Johann-Christoph-Winters-Schule von Anfang an eine Besonderheit in der Kölner Schullandschaft. Auf der ehemaligen „Pestalozzi-Station“ der Universitätskinderklinik, einer Station für psychisch und psychosomatisch Erkrankte, wurden unter Rektor Heribert Meier (1964 - 1988) pionierhaft Strukturen für die Beschulung psychisch Kranker angebahnt, die heute noch in unserer Konzeption zu finden sind.


1988 erwuchs aus der Pestalozzistation, nicht zuletzt aufgrund des politischen Engagements der Schulgemeinde, die heutige Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln (KJP). Seit 2001 unterrichtet die JCW auch die Patienten der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Köln Riehl, Pionierstraße (TK Pionierstr.). Diese, 1984 als erste jugendpsychiatrische Einrichtung Kölns gegründete, teilstationäre Einrichtung wurde zuvor von der Schule für Erziehungshilfe Friedrich-Schmidt-Straße betreut. Seit 1994 steht auf dem Klinikgelände ein von der Stadt Köln angemieteter Schulbau zur Verfügung.

Die Stadt Köln als Schulträger stellt im Schulgebäude Lindenburger Allee 38 neben einer Verwaltungszentrale eine Unterrichtsstätte bereit, die der differenzierten Aufgabenstellung im Sekundarstufenbereich Rechnung trägt. Dieses Gebäude der ehemaligen Kath. Volksschule Lindenthal nutzt die JCW seit 1974 gemeinsam mit deren Rechtsnachfolgerin, der Kath. Grundschule. Im Rahmen einer Generalsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes wurden 1989 - 1991 bauliche Maßnahmen auf die speziellen Belange einer SfK ausgerichtet.

Für die Klassen der Primarstufe stehen seit 1995 mit der „Villa Kunterbunt“ Räume und Spielplatz auf dem Uniklinik - Gelände zur Verfügung. Dieses Schul- und Therapiehaus wurde durch die Spendenaktion „Wir helfen“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“ (1993) ermöglicht.

2005 wurde im „Alten Rektorhaus“, Lindenburger Allee 40, eine Etage als pädagogisch-jugendpsychiatrische Ambulanz hergerichtet, in der die Schule gemeinsam mit der Uni-KJP ein Beratungs- und Diagnoseangebot für die Kölner Schullandschaft bereithält. Trotz der fluktuierenden Schülerzahl ist die Schulgemeinschaft um ein vielseitiges Schulleben bemüht. Gerade Kinder und Jugendliche mit problembelasteten Krankheitsbildern bedürfen der Gestaltungsfreude als Gegenpol zu potentiellen gesellschaftlichen Stigmatisierungen. Unter anderem deswegen beantragte die Schulkonferenz eine Namensgebung mit humorvoller Aura.

Seit 1991 trägt unsere Schule den Namen "Johann-Christoph-Winters". Er begründete 1802 die Kölner Puppenspiele, das beliebte „Hänneschen-Theater". Die Namensgebung ging auf eine Initiative des langjährigen (1988 - 2011) Schulleiters der JCW, Wolfgang Oelsner, zurück, der gemeinsam mit der Elternschaft und dem Kollegium kölsches Brauchtum und hintergründigen Humor in der öffentlichen Wahrnehmung einer Schule für Kranke verankern wollte.

Wolfgang Oelsner als Schulleiter (1988 - 2011) und seine langjährige Stellvertreterin, Marianne Tophoven (1974 - 2010), wurden mittlerweile in den verdienten Ruhestand verabschiedet, sind der Schule aber noch durch ihre Mitarbeit im Förderverein und der Stiftung "Villa Kunterbunt" eng verbunden.

Johannes Krane-Erdmann folgte Frau Tophoven im August 2010 auf die Konrektorstelle.

Nach dem Ausscheiden Wolfgangs Oelsners im Juli 2011 und einigen Monaten unbesetzter Schulleiterstelle übernahm Mitte Oktober 2011 Dr. Andreas Seiler-Kesselheim die Stelle des Schulleiters und führte gemeinsam mit dem Konrektor Johannes Krane-Erdmann bis zu seinem Wechsel an die TU Dortmund die Geschäfte der Schulleitung. In der Vakanz der Schulleiterstelle vom 1.2.2019 bis November 2019 führte Johannes Krane-Erdmann als Konrektor und kommissarischer Schulleiter die Schule alleine.

Frau Ellen Westphal leitet ab dem 15. November 2019 die JCW-Schule als Rektorin, zusammen mit Johannes Krane-Erdmann (Konrektor).

Wer war Johann-Christoph-Winters?

Gründer des Hänneschen-Theaters

Der folgende Artikel entstand unter enger Mitarbeit des langjährigen Schulleiters der JCW, Herrn Wolfgang Oelsner, bei dem wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken.

Johann Christoph Winters begründete 1802 das Kölner Hänneschen-Theater, ein Stockpuppenspiel, das heute zu den Städtischen Bühnen Köln gehört (http://www.haenneschen.de/). Geboren vermutlich kurz vor dem Tauftag am 23.11.1772 in Bonn, kam Winters nach Wanderjahren, in denen er u. a. das flämische Puppenspiel kennen lernte, als Schneidergeselle nach Köln. Wegen schlechter Erwerbslage verdingte sich Winters im Sommer als Anstreicher. Für die Wintermonate beantragte er die Erlaubnis, „ein so genanntes Krippenspiel für kleine Kinder anzustellen.“ „Wegen Abgang anderen Verdienstes (hoffe er) hiermit auf redliche Art sein Brot zu gewinnen“, heißt es in der Petition. Winters' Figuren, wie der bäuerliche Tünnes (kölsch für Anton) und später der städtische Emporkömmling Schäl (der Schielende), erzielten rasch großen Zuspruch in allen Bevölkerungsschichten.


Die antagonistisch angelegte, archetypische Typenkonturierung und ihr Milieu sind vergleichbar mit späteren Comics. So leben im fiktiven „Knollendorf“ Hänneschen (kleiner Johannes) und Bärbelchen mit Bestemo und Besteva (Großeltern) in ähnlich elternloser, urbaner Gemeinschaft wie Walt-Disney-Protagonisten in „Entenhausen“. Neben der Lust an derben Späßen bediente Winters unter dem Motto „Wat morgens passeet kütt ovends op et Tapeet“ zunehmend auch Informationsbedürfnisse im Sinne einer „lokalen Tagesschau“, gespickt mit parodierendem Spott. Das Stockpuppentheater wurde - trotz mehrfacher Standortwechsel - die erste feste städtische Bühne.

Bedeutsam für Winters' Erfolg, vor allem gegenüber der konkurrierenden Puppenspielerfamilie Millowitsch, war sein Zuspruch sowohl „von der Straße“ als auch aus dem Kulturbürgertum. Beispielsweise schrieben der Universitätsrektor F.F. Wallraf und der Kunstmäzen M.J. DeNoel Stücke für die Puppenbühne. Trotz künstlerischen Erfolgs reichte es bei Winters' Tod (5.8.1862 in Köln) nur zu einem Armengrab auf Melaten. Der damalige Rektor der Schule initiierte im 200. Jahr des Theaters die Errichtung einer mannshohen Grabstele im Umfeld der Grablege. Der Bildhauer Stefan Kaiser porträtierte Winters nach einem vermuteten Selbstbildnis, umgeben von den beliebtesten Puppenfiguren.

Gab also Not den Anstoß fürs Puppenspiel, so war es Winters' Kreativität, die die Bühne zu einer Institution mit hohem Identifikationswert für Stadt und Region werden ließ. In seinen Typen entdeckten Menschen sich und ihre Eigenarten zu einer Zeit wieder, als es die Psychologie mit ihren kategorisierenden Begriffen noch nicht gab. Das temperamentvoll quirlige Hänneschen zeigt ein Verhalten, das heute jugendpsychiatrisch diagnostiziert werden könnte. Er gälte womöglich als „hyperaktives Kind“, als Schüler mit ADHS. Seine Gefährtin Bärbelchen, die nie einen Schulranzen trägt, wäre eine Schulabsentistin. Und Schäls intrigante Neigungen erfüllten Items einer „paranoiden Persönlichkeitsstruktur“.

Das Gedankenspiel, menschliche Charaktere mal wissenschaftlich, mal humorvoll volkstümlich zu zeichnen, veranlasste die Schulkonferenz, beim Schulträger den „Puppenvater“ als Namenspatron zu beantragen. Unterstützt durch eine Expertise des Theater-Intendanten, konnte die Eingabe den Stadtrat überzeugen. Beim Wiedereinzug in das generalsanierte Schulgebäude Lindenburger Allee, Oktober 1991, vollzog Oberbürgermeister Norbert Burger in Anwesenheit einer Ururenkelin Winters' in der Aula den „Taufakt“.

Die Moderation der Feier übernahmen die Originalfiguren aus dem Theater. Ihr Spiel zeigte die Selbstverpflichtung einer Schule, die sich nach Johann Christoph Winters benennt: Wissenschaft und Professionalität ist eine Säule der Arbeit. Die andere aber ist Humor.

Wer Johann Christoph Winters einmal auf dem Friedhof Melaten besuchen möchte: Es ist nicht weit entfernt von der Trauerhalle Piusstr. und der "Millionenallee". Zu finden ist die Gedenkstelle an der Süd-West-Ecke von Weg "F" und "G" (vgl. Lageplan im pdf-Format, genehmigt vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen 15.5.2017).

Die Grabstelle ist nicht genau bekannt, aber Johann Christoph Winters, der 1802 das Hänneschen-Theater gründete, starb verarmt und fand wohl in der Nähe des Gendenksteins beim "Armenfeld" von Melaten seine letzte Ruhestätte.

Herzlich Willkommen auf den Internetseiten der Johann-Christoph-Winters-Schule (JCW)

Wir sind als eine von zwei städtischen Schulen für Kranke nicht nur schulrechtlich eine Schule „eigener Art“. Daher möchten wir Sie auf den folgenden Seiten über unsere Historie, über unsere verschiedenen Standorte im Kölner linksrheinischen Stadtgebiet und über unsere vielfältigen Aufgaben und Tätigkeitsfelder informieren.
Da wir Sie als Eltern, Fachleute und euch als Schülerin bzw. Schüler individuell ansprechen, teilt sich unser Auftritt in die drei großen Bereiche „Mein Kind“, „Mein Schüler“, „Ich als Schüler“.  Fühlen Sie sich /Fühlt Euch frei, in allen Bereichen herumzuschauen – die Informationen sind jedoch im Wesentlichen die gleichen.
In der kommenden Zeit werden wir sukzessive unseren neuen Webauftritt erweitern, daher laden wir Sie und Euch ein, uns hin und wieder im Netz zu besuchen.

Wenn Sie Fragen haben, können Sie, könnt ihr uns gerne kontaktieren. 

Herzlichst,

Das Kollegium der JCW-Schule und das Schulleitungsteam:
Ellen Westphal (Rektorin)
Johannes Krane-Erdmann (Konrektor)